StartLokalesHallenbergHallenberg geht an seine Grenzen

Hallenberg geht an seine Grenzen

Einladung zum Schnadezug

Am Sonntag, 5. Mai, findet die Hallenberger Schnade statt. Die Schnadegänger treffen sich um 9.30 Uhr am Marktplatz zum Bustransfer zur Pastorenwiese. Dort geht es um 10 Uhr los. Der ca. zwölf Kilometer lange Fußweg führt über Nonnenwinkel und Streitwald zur Ziegenhelle. Hier wird eine Mittagsrast eingelegt und eine kleine Stärkung gereicht. Mit aufgefrischten Kräften geht es weiter über die Bäche-Sommerseite bis zur Endstation am Bäche-Parkplatz. Von hier gelangen die Schnadegänger mit einem Fahrdienst zum Ziel am Brauhof, wo man den Grenzbegang bei einem kühlen Hallenberger Bier ausklingen lassen kann. Bürgerinnen und Bürger, Gäste und nicht zuletzt die Grenznachbarn sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

"Öffentlich, dreist und ungescheuet!"

Grenzbegänge sind in Hallenberg in historischer Zeit zahlreich dokumentiert, bis ins 19. Jahrhundert hinein. Alles andere als Folklore hatten sie einen durchaus ernsten Hintergrund: Die Grenzverläufe in kollektiver Erinnerung zu behalten, und Gebietsansprüche den Nachbarn gegenüber zu demonstrieren. Zu diesem Zweck zogen unsere altvorderen Schnadegänger sogar bewaffnet aus, wie eine städtische Schnadeordnung aus dieser Zeit belegt: Die Feuerwaffen würden benötigt, "um allen unseren Nachbarn durch den Pulverknall und wiederholtes Abfeuern anzukündigen, dass unser Zug mit Recht und deswegen öffentlich, dreist und ungescheuet" geschieht. (1766)

"Friede, Liebe und Einigkeit"

Pulverknall wäre heute fehl am Platz. Liegt doch der letzte große Grenzstreit, der über Jahrhunderte im Streitwald an der Grenze zu Wittgenstein schwelte, mittlerweile 214 Jahre zurück. So können wir heute unsere Hallenberger Grenzen weniger als Trennlinie betrachten, sondern vielmehr als Nahtstelle, an der Kommunikation, Begegnung und Austausch stattfinden kann.

Völlig ad acta legen sollten wir die Hallenberger Schnadeordnung von 1766 jedoch noch nicht. Denn es findet sich eine Vorgabe darin, der Folge zu leisten sich auch heute noch empfiehlt: In der Ordnung heißt es: Allen Schnadegängern wird "sowohl vor und bei, als auch nach dem Zuge die beste Ordnung, Friede, Liebe und Einigkeit anempfohlen. Dahero keiner sich vollsaufen soll. Hingegen aller Zank, Streit, Uneinigkeit und Schlägereien scharffest verboten werden."

In diesem Sinne: Herzliche Einladung zum Schnadezug: Förderverein Hallenberg, SGV-Abteilung Hallenberg, Stadt Hallenberg.

Aktuelles

Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner