Nach einer längeren Pause organisierte die Freiwillige Feuerwehr Niedersfeld in diesem Jahr mal wieder eine Tagesfahrt. Sie führte in das Ahrtal. Dieses reizvolle Tal ist berühmt für seinen Wein und leider auch durch die schreckliche Flutkatastrophe bekannt geworden.
In Bad Neuenahr besuchte die Feuerwehrgruppe das geheimste und teuerste Bauwerk in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und erlangte faszinierende Einblicke in die Hintergründe des Kalten Krieges. Bei der Führung durch den Regierungsbunker waren Parallelen zur heutigen Situation unvermeidbar und wurden durch den Gästeführer eindrücklich vermittelt. Er, der selbst früher als Soldat im Bunker diente, schloss den bald zweistündigen Rundgang mit dem eindringlichen Appell: „Wir wollten nicht und wir mussten nicht Krieg führen und konnten es bei Übungen hier im Regierungsbunker belassen. Meine Hoffnung ist es, dass die Zeiten in unserer Republik friedlich bleiben. Ihr jungen Menschen habt es besonders in der Hand.“ Schweigend und nachdenkend endete damit die Führung im Regierungsbunker.
Christian Niemeyer vom THW Ahrweiler gab den Niedersfeldern einen beeindruckenden, gleichsam bedrückenden Einblick in die Gemengelage während der Flutkatastrophe im Juli 2021. Seine Erklärungen, wie die Hilfskräfte und die Bürgerschaft mit dem Schadensereignis umgehen mussten, was dabei gut und was nicht gut funktionierte, ließen manchen Zuhörer erneut sprachlos zurück.
Gunnar Kreidl von der Stabsstelle Brand- und Katastrophenschutz der Stadt Bad Neuenahr stellte seinerseits die Lage zur Flutkatastrophe dar. Er verdeutlichte, wie schwierig es gewesen sei, die übergeordneten Stellen vom Ausmaß des Schadens zu überzeugen. Er räumte mit einigen Unwahrheiten auf und ging auch auf die Lehren dieser Katastrophe ein.
Die Markierung der Hochwassermarke reichte am THW-Gebäude mehr als zwei Meter in die Höhe. Vielerorts, so auch am Feuerwehrhaus, konnte man die Spuren des Hochwassers noch erkennen und damit erahnen, wie zerstörerisch das Wasser gewesen sein musste.
Mit imposanten Bergfeuern und brennenden Schaubildern in den Weinbergen war die Reisegruppe am Abend zu Gast bei einem ganz besonderen Martinsbrauchtum. Und auch hier durfte gestaunt werden. Während die Feuer den Sauerländer Osterfeuern ähneln, überbrachten die brennenden Schaubilder Botschaften wie „Nie wieder ist jetzt. Trümmer lehrten uns den Wert des Friedens.“