Ein besonderes Gelübde mit einer religiösen Rückbesinnung wird jährlich in Medebach gefeiert. Im Jahr 1636, also vor 390 Jahren, wurde es durch die politische Gemeinde und die Kirchengemeinde in Medebach abgegeben. Erstmals in diesem Jahr verlas der Bürgermeister der Hansestadt Medebach, Frank Linnekugel, in seiner neuen Funktion den Wortlaut dieses Gelübdes in der Heiligen Messe. Die Gemeinde Hillershausen, die auch unter den Kriegswirren zu leiden hatte, hat sich seit dieser Zeit dem Gelöbnis angeschlossen und feiert mit großer Beteiligung und Anteilnahme diesen Lobetag zusammen mit Medebach.
An das Bekenntnis wird jährlich erinnert und durch das Verlesen des Bürgermeisters im Hochamt wird es auch erneuert. Der Anlass zu diesem Bekenntnis ist hierin in besonderer Weise beschrieben. Es lautet: „in vorigen Verfolgungen und Kriegszeiten… sind elf von unseren Bürgern erbärmlich umgebracht und ertödtet worden. Nachdem nun alles fortgeraubet und ausgeplündert, …haben dieselben unsere Stadt dreimal in den Brand gesteckt,…“. „In Kraft dessen thun wir für uns und alle unsere Nachkömmlinge ein Gelübde und Versprechen, den Samstag vor sanct Joannis des Täufers mit höchster Festivität und Solennität jährlich zu feiern.“ Dieses Gelübde legte der Rat der Stadt am 31. Oktober 1636 ab und es wurde von Hermannus Volmershausen als Pastor und Hermannus Schmidt als Bürgermeister unterschrieben und versiegelt.


Die gelobte Prozession führt an beiden Festtagen, dem Gelobten Fest am ersten Tag und der Todesangstandacht am Folgetag, um den Stadtbezirk mit der Kirche und der Andreaskapelle.
Trotz aller Zerstörungen sind diese Kirchengebäude stets erhalten worden und sie werden weiterhin gepflegt. So hob Hauptzelebrant Pfarrer Dr. Achim Funder die bis heute gute Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde und dem Bürgermeister hervor. Ganz aktuell wird die Renovierung der Andreaskapelle geplant. In Absprache mit der Stadt soll ein kleiner Platz um die Kapelle entstehen, der zum Verweilen einlädt und den besonderen Ort aufwertet.
Viele Bewohner, kirchliche und weltliche Vereine und Organisationen der Stadt Medebach und des Ortes Hillershausen beteiligten sich an der Prozession mit Gebet, musikalischer Begleitung und Gesang. Auch im 390. Jahr des Bekenntnisses zollte die Bevölkerung beider Orte diesem Festtag mit großer Anteilnahme beachtenswerten Respekt.