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Zu Gast bei den Leggenknäppern in Brunskappel

Der jüngste Außenstammtisch des Heimat- und Geschichtsvereins Winterberg führte die geschichtsinteressierte Gruppe in das idyllische Brunskappel. Die Exkursion kam auf offizielle Einladung des Ortsvorstehers Klaus-Peter Körner sowie des Ortsheimatpflegers Matthias Senge zustande, welche die Gäste aus Winterberg herzlich willkommen hießen und fachkundig durch den geschichtsträchtigen Ort leiteten.
Brunskappel blickt auf eine lange Historie zurück, deren Ursprung eng mit dem Kölner Erzbischof Bruno I. verknüpft ist. Dieser ließ im Jahr 953 auf einer Reise eine Kapelle im Negertal errichten. Aus dieser „Brunonis capella“ entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte der heutige Ortsname. Im Jahr 1260 wurde die ursprüngliche Kapelle schließlich durch eine große Kirche im romanischen Stil ersetzt. Heute steht das Dorf vor den typischen Herausforderungen des demografischen Wandels. Während Brunskappel ehemals über 400 Einwohner zählte, liegt die Zahl aktuell bei rund 240 Bürgern. Dennoch ist das Dorfleben wieder spürbar im Kommen, was vor allem am außergewöhnlichen Zusammenhalt der Gemeinschaft liegt.
Beim Rundgang durch den Ort lernten die Teilnehmer auch die Herkunft des kuriosen Spitznamens der Einheimischen kennen, die scherzhaft als „Leggenknäpper“ bezeichnet werden. Dieser Name rührt daher, dass die Brunskappeler ihre Häuser historisch an steilen Hängen und auf losem Gestein, den sogenannten „Leggen“, erbaut haben. Da „Knäpper“ in der heimischen Mundart so viel wie Kletterer bedeutet, beschreibt der Begriff die nötige Trittsicherheit der Bewohner. Diesem dörflichen Charakteristikum wurde in der Ortsmitte am inoffiziellen Petersplatz ein Denkmal gesetzt, wo die Gruppe einen markanten Felsblock mit einer kunstvollen Metallskulptur eines Leggenknäppers bestaunte.
Der anschließende Spaziergang bot die Gelegenheit, alle wesentlichen Sehenswürdigkeiten des Ortes aus nächster Nähe zu betrachten. Dazu gehörte die katholische Pfarrkirche, die von außen besichtigt wurde. Ebenso warf die Gruppe einen Blick auf das historische, in Privatbesitz befindliche Schloss Wildenberg. Der Weg führte vorbei an gut erhaltenen, alten Fachwerkhäusern in traditioneller sauerländischer Bauweise. Auch die durch das Tal fließende Neger sowie die alten Brücken, welche das Landschaftsbild maßgeblich prägen, wurden bewundert. Abgerundet wurde die Erkundung durch historische Grenzsteine und Flurkreuze am Wegesrand, die von der einstigen territorialen Bedeutung der Region erzählen.
Ein zentrales Thema des Nachmittags war die existenzielle Krise des Ortes in den 1970er-Jahren, als Brunskappel dem Bau der geplanten Negertalsperre weichen sollte. Das gesamte Dorf hätte für dieses gewaltige Hochwasserschutz- und Trinkwasserprojekt geflutet und somit komplett von der Landkarte ausgelöscht werden sollen. Erst nach jahrzehntelangem, erbittertem Widerstand der Bevölkerung und dem endgültigen Verzicht auf das Projekt im Jahr 1996 war die Zukunft des Ortes dauerhaft gesichert.
Zum gemütlichen Ausklang kehrte der Heimat- und Geschichtsverein in den örtlichen Dorftreff ein. Diese Gaststätte ist das perfekte Symbol für den wiederbelebten Dorfgeist, da sie komplett in Eigenregie von der Dorfgemeinschaft betrieben wird. Insgesamt teilen sich 24 ehrenamtliche Wirte den Dienst hinter der Theke. Statistisch gesehen bedeutet dies, dass jeder zehnte Brunskappeler ein Wirt ist. Bei kühlen Getränken und anregenden Gesprächen ließen die Winterberger Gäste den Tag Revue passieren und zeigten sich tief beeindruckt vom rekordverdächtigen Engagement und der Gastfreundschaft im Dorf.

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