Vom 29.06. bis 05.07.2026 fanden in Szilvásvárad – Ungarn – die European Bowhunter Championships (EBHC) statt und brachten rund 1200 Bogenschützen aus über 20 Nationen zusammen. Auch aus Winterberg machte sich Florian Henneke mit sechs Vereinskollegen von den Nighthunters Referinghausen hochmotiviert auf den weiten Weg nach Ungarn.
Szilvásvárad bot mit seinen sieben abwechslungsreichen und anspruchsvollen Parcours im Mittelgebirge sowohl bewaldete Abschnitte als auch offene, freie Felder, auf denen die Hitze der ersten Tage ein echter Gegner für die Schützen darstellte. Temperaturen von bis zu 40° verlangten den Sportlern aus dem Sauerland so einiges ab.
Florian Henneke aus Winterberg belegte in der starken und sehr umkämpften Klasse Herren Freestyle unlimited einen bemerkenswerten 18. Rang. Außerdem erreichte sein Team in der Mannschaftswertung eine Bronzemedaille.
Henneke begann vor zehn Jahren mit dem Vereins-Bogensport. Vorher hatte er bereits allein erste Versuche im heimischen Garten unternommen. Aufmerksam geworden durch eine Facebook-Gruppe eines Nighthunters machte er dann 2016 seine ersten Schüsse in Referinghausen und wurde gleich „vom Fieber gepackt“ und trat sofort in den Verein ein. Mehrmals in der Woche greift er seitdem zu seinem Bogen und zielt auf lebensgroße 3D-Tieratrappen aus PU-Schaum oder Zielscheiben. Trainiert wird weiterhin im Garten und in Niggenhuses Steinbruch, dem Trainingsgelände des Vereins in Referinghausen.
Inzwischen ist er als zweiter Vorsitzender zu einer wichtigen Stütze des Vereins geworden und nicht mehr wegzudenken. Ob er den Verein bei Turnieren vertritt, bei Kindergeburtstagen und Schnuppertagen des Vereins Interessierte einweist oder aber auch sein großes Engagement bei der eigenen Bogenjagd jedes Jahr in Referinghausen unter Beweis stellt. Organisation, Auf- und Abbau des Parcours, Streckenposten und Kasse – überall bringt er sich ein. Dabei spannt er wie selbstverständlich auch seine Familie mit ein, die den Verein neben vielen Anderen zuverlässig mit Kuchen und den beliebten, unzähligen und vor Allem leckeren Frikadellen seiner Mutter unterstützt.
Mittlerweile kann der 30-jährige IT-Systemelektroniker auf so Einiges zurückblicken, denn man kommt als Bogensportler in der Welt herum. Neben unzähligen Turnieren in Deutschland gehören Hennekes Teilnahmen bei den Europameisterschaften 2024 in Österreich und dieses Jahr in Ungarn sowie die beeindruckenden Tage während der Weltmeisterschaften 2023 in Rovaniemi/Finnland und 2025 in Südafrika zu seinen unvergesslichsten Erlebnissen. Bei diesen internationalen Turnieren gilt es nicht nur, eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen, sondern je nach Austragungsort auch, die innere Uhr zu überlisten und nachts volle Leistung zu bringen. „Das hört sich zwar spannend an, kann aber mitunter auch zu Schlafstörungen und so zu verminderter Konzentrationsfähigkeit während des Turniers führen“, berichtet Henneke. „Es müssen auch nicht immer die großen Erfolge auf dem Siegertreppchen sein – dabei sein ist alles!“ ist seine Devise. Der 1. Vorsitzende des Bogensportvereins Peter Hogrebe ergänzt: „Nicht nur die Medaillen zählen, sondern vor allem die Gemeinschaft! Niemand fährt gerne allein zu einer EM oder WM in ferne Länder. Da ist der Beistand von einem Vereinskameraden ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Baustein für den Erfolg und gleichzeitig hat man einen Trainingspartner an seiner Seite, der einen uneigennützig unterstützt und auf den man sich verlassen kann.“ Und Florian Henneke schwärmt weiter: „Die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft ist schon etwas sehr Besonderes und ich werde mich sicher noch sehr lange an die Zeit unter der finnischen Mitternachtssonne oder an die Safari in Südafrika erinnern.“
Der Fokus des Bogensportlers liegt nun auf der Weltmeisterschaft im nächsten Jahr, für die er sich bereits qualifiziert hat und die im Oktober in Hopfenweiler bei Bad Waldsee bei uns in Deutschland stattfindet. Wir drücken die Daumen!
